Die Kunst

Capoeira ist eine afro-brasilianische Kampfkunst, bzw. ein Kampftanz, sowie ein nationales Kulturerbe Brasiliens. Allein die Beschreibung „Kampftanz“ drückt bereits aus, wie vielfältig Capoeira sein kann. Es verbinden sich Elemente aus Kampf und Akrobatik mit Musik, Tanz und Ästhetik. So fällt es auch schwer, Capoeira mit anderen Kampfkünsten vergleichen oder erklären zu wollen.

Menschen, die Capoeira ausüben, nennen sich „Capoeiristas“. Wenn diese Capoeira ausführen, wird dies als „spielen“ bezeichnet. So kommen zu einem „Spiel“ Capoeiristas zusammen und bilden eine „Roda“ (port. Kreis), die sie mit Instrumenten, Gesang und klatschen vervollkommnen. In der Mitte der Roda treten zwei Capoeiristas gegeneinander an, die durch einen ununterbrochenen Fluss von tiefen, bodennahen Bewegungen über gesprungenen, schnellen Kicks, Finten und Ausweichbewegungen bis hin zu akrobatischen Elementen wie Saltos und Räder, miteinander spielen.

Capoeira fasziniert und begeistert daher Menschen jeglichen Alters und Hintergrunds und durch die Vielfalt an Bewegungen werden Kraft, Koordination, Geschicklichkeit, Spontaneität, Konzentrations- und Wahrnehmungsfähigkeit auf positive Art und Weise gelehrt und gefördert.

Zudem ermöglicht Capoeira einen besseren Einblick in die brasilianische Kultur und Geschichte und fördert neben Körperbeherrschung auch die musikalischen Fähigkeiten.

Für die meisten ist Capoeira noch viel mehr, als nur ein Sport und wird auch oft als Lebensphilosophie betrachtet, die Respekt und Würde unseren Mitmenschen gegenüber lehrt: da Capoeira erst in der Roda mit anderen Capoeiristas, also in der Gruppe, gespielt werden kann, entwickelt sich rasch ein Gefühl für die Gemeinschaft.
Manche übertragen Capoeira sogar auf ihr Leben. So ist das Leben wie ein Spiel, wo man sich auf kreative Art und Weise bewegen und kämpfen muss um sich selbst zu verwirklichen und an den Herausforderungen wachsen zu können. Die Erkenntnis, dass dies nur dank unserer Mitmenschen möglich ist, lässt nicht uns selbst, sondern unser Umfeld ins Zentrum rücken.